Was ist der TanzcHor60+ ?

amaibu-abschluss-auffa%c2%bchrung-musikschule-17-juni-2012-022-e1423648021720Stimmen und Körper wiegen sich durch den Raum. Wie eine Schlange. Oder wie Farben: Rot. Grün. Blau. Sie singen und tanzen. Sie erzählen Lebensgeschichten. Ganz einfach: sie tanzen singend und singen tanzend. Seit Oktober 2011 gibt es den TanzcHor60+ an der Bergischen Musikschule Wuppertal.
Die Idee für dieses einmalige Format, Singen und Tanzen so einfach und ungewöhnlich miteinander zu verbinden, stammt von der Musikpädagogin Hilde Kuhlmann. Seit Frhjahr 2016 leitet sie gemeinsam mit der Tänzerin Chrystel Guillebeaud, ehemals Ensemblemitglied im Tanztheater Pina Bausch, die wöchentlichen Proben für dreißig Damen und Herren ab 60. (bis Dezember 2014 mit dem Tänzer, Choreographen und Maler Milton Camilo). Menschen, die viel Tanz-, aber kaum Singerfahrung haben, sind dabei. Auch solche, die schon immer viel gesungen, sich aber kaum (frei)getanzt haben. Oder Menschen, die beides für sich neu entdecken.

jutta3Was wie in den Proben aufeinander aufbaut - ist jedes Mal neu. Mal steht ein Lied am Anfang, aus dem Bewegungen entstehen. Oder aus einer Bewegung heraus tauchen Assoziationen zu Musikstücken auf. Manchmal sind es auch Begriffe, auf die Stimmen und Körper reagieren.
Wichtig dafür ist: Neugier und Lust auf Unbekanntes zu haben und Mut, Neues zu wagen. Ganz einfach herausfinden, was in jedem noch im Verborgenen steckt. Und so kann das aussehen: im Liegen oder Rücken an Rücken singen, Bewegungen entdecken, die in ungewohnter Kleidung entstehen oder Lieder in neuen Geschwindigkeiten zu singen. So schreibt sich die Lebenserfahrung der Mitglieder über Gesten und Töne ein. Und aus vielen kleinen Stücken entsteht im Laufe der Zeit ein großes Ganzes.

Bisherige TanzcHor 60+-Produktionen sind: „Und hier bist du - Lebensgeschichten, Facetten des Lebens“ (2012); „Blautanzen. Rotsingen“ (2013), Focus (2015), HatKopfFussHerz (2016).
Pina Bausch formulierte bei der Verleihung des Musikpreises 2008 in der Stadt Duisburg mit weisem Auge: „Ich weiß nicht genau, warum der Gesang, die menschliche Stimme, so wichtig für mich ist. Sie trifft etwas Ähnliches wie der Tanz, ist so fragil, so verletzlich, so berührend oder so beruhigend. Ich liebe es, beide zusammen zu bringen.“

Im TanzcHor60+ finden Menschen zusammen, die genau das wollen, was durch das Zusammenbringen von Gesang und Tanz entsteht. Und es lieben.

Roswitha7